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Projekt

Arbeitswelt im Wandel

Berufsorientierung neu gedacht

Arbeitswelt im Wandel – kurz AiW – ist eines der größten Projekte der Friedrich-Realschule.

Seit 2019 beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 intensiv mit der Frage, wie sich Berufe, Unternehmen und Anforderungen in einer sich verändernden Arbeitswelt entwickeln.

Was zunächst als einzelnes Berufsorientierungsprojekt begann, ist heute fest im schulischen BORS-Curriculum der Klassenstufe 9 verankert.

AiW verbindet dabei Berufsorientierung, wirtschaftliche Bildung, Medienbildung und projektorientiertes Lernen. Die Jugendlichen arbeiten über einen längeren Zeitraum in Teams, übernehmen Verantwortung und erleben viele Situationen, die ihnen später auch im Berufsleben begegnen werden.

Im Mittelpunkt stehen drei Kompetenzbereiche:

LifeSkills – im Team arbeiten, Verantwortung übernehmen, Probleme lösen und Entscheidungen treffen
JobSkills – Bewerbungen schreiben, Vorstellungsgespräche führen, Projekte planen und wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen
MediaSkills – präsentieren, Geschichten erzählen sowie Medien professionell gestalten und einsetzen

Lernen in einer möglichst echten Arbeitswelt

AiW ist kein klassisches Unterrichtsprojekt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten über mehrere Monate an einer gemeinsamen Aufgabe und übernehmen dabei unterschiedliche Rollen.

In den vergangenen Jahren entstanden dafür beispielsweise fiktive Unternehmen, bei denen sich die Jugendlichen wie auf reale Arbeitsplätze bewerben mussten. Sie erstellten Bewerbungsunterlagen, ließen Bewerbungsfotos anfertigen und führten Vorstellungsgespräche mit Vertreterinnen und Vertretern echter Unternehmen.

Anschließend arbeiteten sie in ihren Teams an konkreten Aufgaben – von Projektmanagement und Medienproduktion über Veranstaltungstechnik bis hin zu Marketing und Catering.

Workshops mit Fachleuten, Betriebsbesuche und Exkursionen ergänzen das Projekt. So entsteht ein Lernraum, in dem Schule und Arbeitswelt möglichst eng miteinander verbunden werden.

Von der Idee bis zum großen Finale

Eine Besonderheit von AiW ist, dass am Ende jedes Projektjahres ein echtes Produkt oder eine öffentliche Präsentation steht.

In den vergangenen Jahren entstanden unter anderem multimediale Reportagen, große Live-TV-Shows und schließlich sogar ein eigener Spielfilm. Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Arbeit dabei nicht nur ihren Lehrkräften, sondern einem echten Publikum.

Das erhöht die Verantwortung – und gleichzeitig die Motivation.

AiW 2027 – Zukunftskapital

Neue Ideen. Mutige Entscheidungen. Echte Verantwortung.

Im Schuljahr 2026/27 findet Arbeitswelt im Wandel bereits zum neunten Mal statt. Gleichzeitig entwickeln wir das Projekt grundlegend weiter.

Unter dem Titel AiW 2027 - Zukunftskapital werden unsere Schülerinnen und Schüler erstmals selbst zu Ideenentwicklern und Gründern.

In Teams entwickeln sie eigene Produkt-, Dienstleistungs- oder Projektideen. Ausgangspunkt sind reale Probleme und Bedürfnisse aus ihrem Umfeld. Mithilfe von Methoden des Design Thinking lernen sie, Probleme genauer zu untersuchen, Nutzerinnen und Nutzer einzubeziehen, Ideen zu entwickeln und erste Prototypen zu bauen.

Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell eine fertige Geschäftsidee zu präsentieren. Die Jugendlichen sollen erleben, wie aus einer ersten Beobachtung Schritt für Schritt eine tragfähige Idee entstehen kann.

Von der Idee zum Pitch

Nach der Entwicklungsphase müssen die Teams ihre Ideen überzeugend präsentieren.

Ein besonderer Höhepunkt wird dabei unsere Bull-Arena: In einem eigens entwickelten TV-Studioformat präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Projekte vor einer Jury.

Wie bei einem echten Pitch müssen sie erklären:

  • Welches Problem lösen wir?
  • Für wen entwickeln wir unsere Idee?
  • Was macht unsere Lösung besonders?
  • Wie soll die Idee umgesetzt werden?
  • Welche Ressourcen und welches Budget benötigen wir?

Die Jury entscheidet anschließend, welche Ideen Startkapital für die weitere Umsetzung erhalten.

Dann wird aus der Idee Realität

Nach der Bull-Arena beginnt die eigentliche Umsetzungsphase.

Die Teams entwickeln ihre Konzepte weiter, erstellen Prototypen, kalkulieren Kosten, arbeiten an Geschäftsmodellen und setzen ihre Idee – soweit möglich – tatsächlich um.

Dabei treffen sie auf viele Herausforderungen, die auch Start-ups und Unternehmen kennen: Zeitdruck, begrenzte Budgets, unterschiedliche Meinungen im Team und die Notwendigkeit, Pläne immer wieder anzupassen.

Begleitet wird das Projekt durch externe Coaches, Workshops sowie Partner aus Wirtschaft und Bildung.

Am Ende des Schuljahres werden die Ergebnisse und Erfahrungen des gesamten Projekts dokumentiert und öffentlich präsentiert.

Landesprojekt "Zeig was du kannst"

Das Planspiel Arbeitswelt im Wandel unserer Schule erfüllt vollständig die Anforderungen des Landesprojekts „Zeig, was du kannst!“ nach dem Leitfaden des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport (Stand 12/2024).
AiW wird daher im Schuljahr in Klasse 9 als die schulische Umsetzung des Landesprojekts durchgeführt.

AiW bietet:

  • Kleingruppenarbeit in fiktiven Firmen
  • stärkenorientierte Themenwahl
  • fächerübergreifende Projektarbeit
  • ein authentisches, außerordentlich hochwertiges Produkt
  • umfangreiche Projektstunden (weit über den Mindestanforderungen)
  • Realbezug durch MINT-Unternehmen, Medienpädagogik, Berufsorientierung
  • strukturierte Reflexion & individuelle Leistungsbewertung
  • eine große, öffentliche Abschlusspräsentation
  • Stärkenbescheinigung für Bewerbungen

Damit erfüllt AiW laut Leitfaden alle vier Projektphasen:

  1. Themenwahl & Wissensaneignung
    – Wahl der fiktiven Firma (Stärkenorientierung)
    – Fachbezug über Deutsch, Technik, WBS, AES, Medienbildung
  2. Durchführungsphase
    – min. 8 Stunden → AiW: 50–80 Stunden
    – professionelle Produktentwicklung
  3. Vorstellung des Produkts
    – Premiere / Live-Show
  4. Reflexionsphase
    – strukturierte Selbsteinschätzung und Feedbackgespräche

AiW ist eine besonders hochwertige, authentische und zeitgemäße Umsetzung des Projekts „Zeig, was du kannst!“ und stärkt die im Leitfaden geforderten Kompetenzen des 21. Jahrhunderts:
Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration, Kommunikation.

Rückblick und Entstehung

Das Projekt "Arbeitswelt im Wandel" wurde erstmals 2019 von der Klasse 9a und ihrer Klassenlehrerin Frau Zimmer in Zusammenarbeit mit dem Koordinierungsbüro Schule Beruf der Stadt Weinheim, Frau Dr. Felger, der Firma Naturin Viscofan, Herrn Uwe Seehaus und den Weinheimer Jugendmedien, Sven Holland, entwickelt und durchgeführt. 
2020 und 2021 wurde das Projekt mit einem anderen Industrieunternehmen und ansonsten gleichen Kooperationspartnern durchgeführt: der Firma Freudenberg.

In unserem Projekt haben Schülerinnen und Schüler beleuchtet, wie sich Berufsbilder und Anforderungen verändern. Die Lernenden sind dieser Frage nachgegangen. Erfahrene sowie junge Mitarbeiter der Industrieunternehmen stellten den Vergleich an und zusammen mit den Weinheimer Jugendmedien sind zwei crossmediale Produkte entstanden.

2022 wurde das Projekt wieder in Zusammenarbeit mit der Stadt Weinheim und den Weinheimer Jugendmedien mit der Klasse 9c und ihren Klassenlehrerinnen Frau J. Müller und Frau Schulz weitergeführt. Beiteiligt waren  u.a. Unternehmen aus dem Weinheimer Bündnis für Ausbildung: Ebert Automobile, Holz und Handwerk, Die Urlaubsengel, Volksbank Kurpfalz und den Influencerinnen Lea und Lara.

Am 14. Juli wurde das Projekt mit einer aufwändigen TV-Show abgeschlossen.

2023 haben wir das Projekt in Zusammenarbeit mit den bewährten Projektpartnern durchgeführt. Neu war, dass nicht nur eine Klasse das Projekt durchführt, sondern das Format fest im BORS-Curriculum für den Jahrgang 9 verankert wurde. Die Lernenden konzentrieren sich in diesem Jahr auf Unternehmen der WHAT (Weinheimer Ausbildungs- und Studientag Messe). Damit haben sie eine riesige Auswahl an Arbeitsgebern und Ausbildungsberufen.

2024 wurde ebenfalls eine einstündige TV-Show produziert und die Arbeitswelt von der Industrialisierung bis zur Robotik und KI beleuchtet. Dabei gewannen die Schülerinnen Einblicke in zahlreiche Unternehmen, die beispielsweise in Bereich Gastronomie oder Pflege Roboter einsetzen.

Im Jahr 2025 stand das Thema Europa auf dem Programm und wir hatten spannende Gäste wie beispielsweise die Vizepräsidentin des Europaparlaments Katharina Barley.

2026 wurde AiW zum achten Mal durchgeführt. Das Motto lautet "MINT" und fand seinen Abschluss in der großen Kino Filmpremiere "AiW - Mission Zukunft" am 02. Juli 2026 im Modernen Theater Weinheim.

Projektergebnisse im Überblick:


Im Jahr 2021 sowie 2022 haben wir jeweils den Preis in Höhe von 5000€ für Bildungspartnerschaften Digital vom Land Baden-Württemberg erhalten.

2023 und 2025 wurde das Projekt vom Rhein-Neckar-Fernsehen (RNF) dokumentiert.